Stimmstörungen(Dysphonie):
Stimmstörungen sind oftmals erste Anzeichen einer körperlichen Veränderung. Daher sollte jede längere Stimmstörung fachärztlich untersucht werden. Man unterscheidet:
Organische Dysphonie: Hierbei handelt es sich um organische Schädigungen im Kehlkopfbereich, von Entzündungen der Schleimhäute bis hin zu Kehlkopfkrebs.
Funktionelle Dysphonie:
Damit bezeichnet man Störungen im Stimmapparat, die keine erkennbaren organischen Folgen haben. Sie sind oftmals Folge einer ganzkörperlichen Veränderung oder Erkrankung. Hierbei zeigen sich vier Ursachengruppen: Die Anlagebedingten, Störungen durch fehlerhaften Stimmgebrauch, durch Stimmüberlastung, sowie die Folgen psychisch/psychosomatischer Störungen.
Die Symptome aller Stimmprobleme sind ähnlich, so z.B.: längere Heiserkeit, Druckgefühl im Kehlkopf und auch Schmerzen. Spürbar ist auch eine schwache Belastbarkeit und schnelles Ermüden der Stimme.
Man unterscheidet weiter hyperfunktionelle (zu hoher Muskeltonus) und hypofunktionelle (zu geringer Muskeltonus) Stimmstörungen. Eine Dysphonie kann jedoch nicht immer eindeutig einer der beiden Gruppen zugeordnet werden.
Hyperfunktionell: Entstehen bei Verspannungen der Muskulatur, diese bewirken einen überhöhten Anblasedruck. Die Sprechstimme ist häufig erhöht und ermüdet sehr schnell. Längerfristig kann ein zu hoher Anblasedruck zu organischen Veränderungen wie den bekannten Stimmbandknötchen führen.
Hypofunktionell: Durch eine Schwäche der Kehlkopfmuskulatur schließen die Stimmlippen nur unvollständig. Die Stimme klingt leise und matt und es wird sehr viel Luft zur Stimmerzeugung benötigt.
Stimmdiagnostik:
Die Untersuchung der Stimme ist eine sehr vielfältige um möglichst viele der genannten Faktoren zu analysieren. Mit einer Kehlkopfspiegelung werden organische Schäden erkennbar, sowie die Stimmbandbewegung beobachtet. Durch eine Stimmfeldmessung kann der Stimmumfang, sowie die Lautstärke der Stimme bestimmt werden.
Die Qualität der Stimme lässt sich aber nur durch geschulte Ohren bewerten. Körperliche, seelische und soziale Aspekte werden in einem Gespräch geklärt, sowie besondere Belastungen durch Rauchen, stimmintensive Berufe u.s.w.
Therapie funktioneller Dysphonie:
In der logopädischen Therapie erlernt der Patient seine Stimme bewusster wahrzunehmen und ein Gefühl für den richtigen Stimmeinsatz zu erlangen. Durch einen ganzheitlichen Ansatz werden die unterschiedlichen Einflüsse auf die Stimme trainiert. Der Patient wird zu Selbstverantwortung für die eigene Stimme geführt und hierfür mit dem nötigen praktischen Wissen ausgestattet. Mit vielen Übungen lernt der Patient die eigene Stimme im Alltag wieder bewusster und gesünder einzusetzen. Wichtig sind jeweils das erfahren der richtigen Funktion der Stimme und der Atmung und die Kenntnis über die Gefahren.
Jede Behandlung wird individuell auf den Patienten zugeschnitten, daher gibt es keine allgemeingültigen Maßnahmen.
nach: "Was stimmt mit meiner Stimme nicht?" DVD zum Buch "Phoniatrie und Pädaudiologie" Friedrich/Bigenzahn/Zorowka, 2008
Stimmhygiene:
Zum Schluß noch einige Tipps zur Vermeidung von Stimmproblemen:
Nicht sprechen bis die Luft ausgeht, sondern Atempausen einlegen
Nicht zu hoch oder tief, zu laut oder zu leise sprechen
Nicht zu lange in lauter Umgebung sprechen
Der Stimme ausreichend Erholung gönnen
Rauch reizt die Schleimhäute, ebenso wie zu kalte oder staubigen Luft
Bei Verschleimung nicht räuspern oder husten, besser summen und den Brustbereich abklopfen
Beim Inhalieren Menthol und Kamille vermeiden, besser Salbei
Zu kalte, heiße oder scharfe Speisen vermeiden
Entzündungen der Atemwege auskurieren
Körperliche Ausgleichaktivitäten