Die Stimme ist das wichtigste Kommunikationsmittel des Menschen, sie ist aber auch Träger von Emotionen und Empfindungen. So können wir an der Stimme hören, ob ein Gegenüber gestresst, traurig, entspannt oder fröhlich ist. Bei funktionierender Stimme wird diese selbstverständlich verwendet.
Meist beginnt erst bei Problemen das Nachdenken über den Umgang mit der Stimme.


Eine Stimmstörung kann starke Auswirkung auf das Leben haben. In Stimmberufen (z.B.: Lehrer, Schauspieler ...) kann dies sogar eine existenzielle Bedrohung sein. Aber auch für die Freizeitgestaltung, z.B. das Chorsingen, kann eine Stimmstörung zu erheblichen Beeinträchtigungen führen.

Anatomie und Physiologie:
Die Atmung ist die Energiequelle der Stimmgebung. Die optimale Atemform ist eine gemischte Zwerchfell-Flankenatmung, diese ist beim Menschen von Natur aus angelegt und beispielsweise im Schlaf selbstverständlich. Sie stellt das notwendige Atemvolumen und die passende Dosierung für die Stimme bereit. Der Atemvorgang besteht aus drei Phasen: Der Einatmung, der Ausatmung und einer kleinen Atempause, die vom natürlichen Einatemreflex beendet wird.

Physiologisch (d.h. natürlich) ist ein "weicher Stimmeinsatz". Hier sind Atmung und Lippenöffnung optimal aufeinander abgestimmt. Es ist kein Einsatzgeräusch zu hören und die Stimme ist sofort klar. Beim "verhauchten Stimmeinsatz" dringt zuviel Luft durch die Stimmritze, beim "harten Stimmeinsatz" wird die Stimmritze durch den zu hohen Atemdruck aufgesprengt. Beide letztgenannten Arten sind pathologisch (d.h. unnatürlich).

Beim Sprechen variiert eine gesunde Stimme in der Höhe, sowie der Lautstärke. Die Lautstärke wird bestimmt vom Atemdruck. Zu langer hoher Atemdruck kann die Schleimhäute auf den Stimmlippen reizen.

Viele Faktoren wirken sich auf die Stimme aus. Durch die Vielzahl der Faktoren, ergibt sich auch eine Vielzahl von Störungsmöglichkeiten. Einige der wichtigsten Faktoren sind:

Tonus (Körperspannung): Eine Wohlspannung ist Grundvoraussetzung für jegliche Bewegung des Körpers und auch für die Stimmgebung und Atmung. Besonders die Spannung der Hals-, Schulter-, Nackenmuskulatur hat Auswirkungen auf die Kehlkopfspannung. Eine gesunde, aufrechte Haltung ist somit Grundvoraussetzung für die gesunde Stimme.
Atmung: Ein konstanter Ausatemstrom ist für eine klare Stimme unabdingbar.
Artikulation: Bei schlaffer Gesichtmuskulatur und fehlerhafter Artikulation kann sich dies auch auf die Kehlkopfspannung auswirken. Die fehlende Spannung im Artikulationsbereich versucht der Körper durch erhöhte Spannung im Kehlkopfbereich zu kompensieren.
Psyche: Die Gefühlslage des Menschen hat Auswirkungen auf die Muskulatur und damit auf die Stimmgebung.

Die wichtigesten Faktoren sehen Sie auch hier im Bild:

 

nach: "Was stimmt mit meiner Stimme nicht?" DVD zum Buch "Phoniatrie und Pädaudiologie" Friedrich/Bigenzahn/Zorowka, 2008. Bildquelle ebendort.

 

In seiner Sendereihe hitec zeigte 3Sat eine Sendung über die Stimme. Sie informiert auch über Bestreben der Medizin zur Entwicklung von Behandlungsmethoden bei Stimmschäden. Den Link finden Sie hier.

 

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