Bei klirrender Kälte, aber strahlendem Sonnenschein trafen sich fast 50 Jubilare des Sängerkreises Mittlerer Neckar am Sonntag Nachmittag mit ihren Angehörigen und Vereinsvorständen in der Gemeindehalle in Kirchberg/Murr.

Was ist Stimmbildung? Stimmbildung ist nicht nur das „Einsingen“ zu Beginn der Chorprobe. Ein guter Chorleiter versucht, die Stimme seiner Sängerinnen und Sänger in jeder Phase einer Chorprobe zu schulen. Die ChorsängerInnen lernen ihr Instrument „Stimme“ richtig einzusetzen. Sie erfahren die Möglichkeiten aber auch die Grenzen des Instruments und das auch über die Chorprobe hinaus. Stimmbildung hilft den SängerInnen, ihre Stimme jederzeit bewusst und schonend einzusetzen und dabei den Klang zu optimieren. |
Das Thema Stimmbildung ist ein großes Feld, das es sehr differenziert zu betrachten gilt. Der Chorleiter oder Stimmbildner muss jederzeit verschiedene Dinge vor Augen haben:
Chorgattung: Singen mit Kleinkindern, singen mit Kindern im Vorschulalter, Kinderchor, Jugendchor, Erwachsenenchor, Seniorenchor
Ensemblegröße : Solist, kleines Ensemble, Massenchor
Stückauswahl: Epoche, Kulturkreis, Musical, Pop/Rock, Gospel
Musik und Bewegung: Choreografische Elemente oder Präsentation im Stehen
Individuelle stimmliche Voraussetzungen der SängerInnen: Laienchor, Profichor
Reaktion auf stimmliche Auffälligkeiten: Beratung individueller Auffälligkeiten und ggf. Empfehlung an einen Spezialisten (Stimmfacharzt, Logopäde)
Der Stimmapparat ist ein Instrument, das wir täglich benutzen, ohne jedoch über den richtigen Gebrauch nachzudenken. Im Alltag schonen wir die Stimme nicht. Wir benutzen sie, und sie muss einfach funktionieren, ungeachtet dessen wie wir damit umgehen. Das Singen im Chor verlangt von dem Stimmapparat darüber hinaus weitere Höchstleistungen. Jeder Chorleiter sollte von seinem Chor diese Höchstleistung nicht nur fordern, sondern er muss ihm auch die Möglichkeit geben, die Leistung zu erbringen, ohne dass dabei der einzelne Sänger Schaden erleidet.
Die Stimmbildung hat für die unterschiedlichen Chorgattungen verschiedene Ansatzpunkte und auch unterschiedliche Inhalte. Von Geburt an wird die Stimme gebildet und entwickelt. Je nach Anregung und Ausbildung durch das Elternhaus, durch die Erzieherinnen, durch Lehrer, Gesangspädagogen etc. besitzt der Sänger oder die Sängerin zu einem bestimmten Zeitpunkt ein bestimmtes stimmtechnisches Repertoire, das die Stimme über die Jahre seines Lebens geprägt hat. Gerade der Chorleiter eines Laienchores muss den Spagat schaffen, in seinem Chor alle SängerInnen anzusprechen und bei ihrem Stand abzuholen und weiterzubilden.
Infos zum Thema im Internet:
http://www.kinderstimmbildung.de
http://www.loyworld.de/prinzip.html
http://www.wegbegleitung.de/Stimmbildung.html
Bei einem Kinderchor muss der Chorleiter völlig andere Ansprüche an eine Stimmbildung stellen, als bei einem Erwachsenenchor. Der Stimmapparat eines Kindes verändert sich während der Mutation. Ein Kind ist kein verkleinerter Erwachsener, sondern es gelten neben anderen Interessen auch andere anatomische Verhältnisse. Auf folgende Dinge sollte geachtet werden:
Die Lieder sollen in einer Tonart stehen, die für Kinder geeignet ist (hohe Lage, z.B. Grundton: „f“)
Leises Singen mit vordersitzigen Vokalen von oben nach unten schult die Stimme. Beispiel: „Summ, summ, summ, Bienchen summ herum“.
Dauerhaftes tiefes und lautes Singen in der Bruststimmlage schadet dem Stimmapparat: Es können sich Knötchen, Ödeme oder Schwellungen an den Stimmlippen bilden. Die Klangqualität ist metallisch gepresst. Das Singen in der Kopfstimme geht verloren.
Kinder singen gern in unterschiedlichen Skalen. Es sollte keineswegs immer nur die dem Chorleiter bequeme Dur-Tonart sein. Beispiel: „Es führt über den Rhein eine Brücke von Stein“.
Wie mit den Skalen verhält es sich auch mit Taktarten. Es muss nicht immer nur der Vierer- oder Dreiertakt sein. Auch rhythmische Spiele mit zusammengesetzten Taktarten (5-er, 7-er oder 9-er) stellen für die Kinder eine Herausforderung dar, die sie gekonnt und ausdauernd meistern.
Man sollte sich keineswegs von Äußerungen beeindrucken lassen, die einen in der Bruststimme laut plärrenden Kinderchor als „guten Kinderchor, den man wenigstens hört“, auszeichnen. Jeder Leiter eines Kinderchores hat eine Verantwortung gegenüber seinen SängerInnen. Er sollte sich auch nicht scheuen, bei Kindern, die stimmliche Auffälligkeiten wie sehr schnelle oder dauerhafte Heiserkeit sowie gepresste, raue oder hauchige Stimmgebung aufweisen, deren Eltern zu kontaktieren und ggf. auch den Besuch eines Facharztes zu empfehlen.
Der Chorleiter eines Jugendchores hat die unterschiedlichsten Aufgaben zu meistern: Er muss seinem Chor etwas bieten, es muss „in“ sein, gerade in diesem Chor zu singen, sonst suchen sich die Jugendlichen vielleicht ein anderes Betätigungsfeld. Gleichzeitig muss er aber auch eine für die Stimmbildung äußerst anspruchsvolle Phase gemeinsam mit den Jugendlichen leisten. Aber auch hier zählt Qualität. Wenn die Sängerinnen und Sänger eines Chores merken, dass mit der Qualität auch der Spaßfaktor steigt, so gehen die Jugendlichen mit ihrem Chorleiter durch dick und dünn.
Während der Mutation stellen die stimmlichen Veränderungen den Chorleiter vor eine verantwortungsvolle und zugleich anspruchsvolle Aufgabe. Der Chorleiter muss erkennen, wann der „Stimmbruch“ einsetzt, und er muss die Sängerin oder den Sänger vorsichtig durch diese Phase begleiten. Die Stimmlippen beginnen sowohl bei Jungen als auch bei Mädchen zu wachsen. Bei Mädchen sind es 2-4 mm, bei Jungen bis zu 10 mm. Möglich ist ein kurzzeitiges, ungleichmäßiges Wachstum der Stimmlippen. Dies kann das „Brechen“ der Stimme (Diplophonie) begründen. Folgen sind Stimmunsicherheit, eine sehr schnell raue und heißere Tongebung, eine eingeschränkte Leistungsfähigkeit der Stimme und bei Jungen das Kippen von der Männerstimme zur Kinderstimme.
Nur wenige Jugendchöre sind gemischte Chöre. Oft sind es reine Mädchenchöre. Keineswegs bedeutet dies, dass sich stimmlich nichts ändert. Auch hier gibt es den Übergang von der Kinderstimme zur Frauenstimme. Es ist auffällig, dass ein Jugendchor oft verhaucht singt. Diesem Phänomen darf man nicht damit begegnen, dass man die Jugendlichen zu immer größerer Lautstärke antreibt. Feine Glissandoübungen von oben nach unten lässt sowohl Mädchen als auch Jungen ihre Register erfahren und den Registerausgleich trainieren.
Im Idealfall bietet der Chorleiter oder Stimmbildner neben dem chorischen Singen eine zusätzliche Stimmbildung mehrmals die Woche von nur kurzer Dauer (ca. 15 Min.) an. Damit kann man stimmliche Veränderungen begleiten ohne den Stimmapparat zu überlasten. Hierbei sollten besonders Vokalisen und Sprechübungen im Vordergrund stehen.
Dass dieser Idealfall von den wenigsten Vereinen zu leisten ist, steht außer Frage. Aber gerade deswegen muss innerhalb der Chorprobe vom Chorleiter ein besonderes Augenmerk auf die stimmliche Entwicklung Einzelner gerichtet werden. Er muss die richtige Stimmlage für seine Sängerinnen und Sänger finden. Es wäre der falsche Weg, aus der Not heraus eine Stimme falsch zu besetzen, nur weil z.B. der Alt im Moment unterbesetzt ist.
In einem Erwachsenenchor hat der Chorleiter oftmals mit über Jahrzehnte gewachsenen Strukturen und Gewohnheiten zu kämpfen. Neue Einsingübungen werden als „Kindergarten-Übungen“ abgetan oder das Einsingen selbst in Frage gestellt. Gerade hier darf ein Chorleiter nicht nachgeben. Er hat die musikalische Verantwortung und damit auch die Stimme seine SängerInnen zu bilden und zu pflegen. Auch hier gilt wie bei den anderen Chorgattungen, dass eine gute und konsequent durchgeführte Stimmbildung gerade in einem Laienchor zu immer besseren Ergebnissen führt. Es verbessert sich der Chorklang, aber auch jeder Einzelne spürt eine Verbesserung im Umgang mit seiner Stimme. Es wird leichter, schwierige Passagen zu meistern, wenn die Stimme hierfür ausreichend geschult ist. Solche positiven Erfahrungen lassen das Vertrauen zum Chorleiter wachsen und Probleme wie oben beschrieben, werden sich lösen.
Es gibt viele Sammlungen an Einsingübungen, jedoch sollte die stimmbildnerische Arbeit niemals zweckfrei und unkontrolliert abgespult werden. Einige SängerInnen haben sicherlich die Erfahrung gemacht, dass am Anfang einer Chorprobe schon seit vielen Jahren immer derselbe Ritus mit denselben Übungen stattfindet. Selbstverständlich sollten Übungen auch wiederholt werden, aber es sollten auch immer wieder neue und für die Chorsänger motivierende Übungen vom Chorleiter eingebracht werden.
Ein Sänger, der zu spät in die Chorprobe kommt, kann die Konzentration beim Einsingen empfindlich stören, ganz zu schweigen von einem stetigen Zulauf der Chorsänger während der Probe. Die SängerInnen müssen wissen, worauf es bei der Übung ankommt und diese Übung bewusst und zielgerichtet ausführen. Bei jeder Stimmbildung ist es wichtig, dass der Chorleiter kontrolliert. Ein reines „Abspulen“ bekannter Übungen verfehlt den Sinn. Der Chorleiter sollte variieren, er muss immer wieder neue Hilfestellungen geben und auch eingreifen, wenn nicht alles gelungen ist. Da der Chorleiter seinen Chor kennt, wird er bereits im Vorfeld bei der Vorbereitung wissen, wo Probleme auftreten können und sich Lösungen für seinen Chor überlegen.
Jeder Chor sollte von seinem Chorleiter gefordert werden. Im Bereich der Erwachsenenchöre gibt es die Jungen Chöre und die Gemischten Chöre. Die Chorarbeit ist meistens sehr unterschiedlich und gerade hinsichtlich der Stimmbildung gibt es äußerst differente Problemfelder. Wenn der Sopran eines Jungen Chores mit der Höhe kein Problem hat, so bedeutet dies nicht, dass hier stimmbildnerisch nichts unternommen werden muss. Im Gegenteil: Lässt der Chorleiter dieses Feld stimmbildnerisch ausgeklammert, so wird aus einer schlanken Höhe recht schnell eine gepresste und harte Tongebung. Ständiges Training erhält nicht nur den Status Quo, sondern erweitert stetig die Möglichkeiten des Chores. In einem Gemischten Chor steht der Chorleiter oft vor der Tatsache, dass aufgrund der Altersstruktur der Sänger in seinem Chor die Höhe im Sopran nur noch sehr eingeschränkt vorhanden ist. Aber gerade in dieser Situation muss der Chorleiter über die Stimme im Alter Bescheid wissen, behutsam mit dem Thema umgehen und mit den entsprechenden stimmbildnerischen Maßnahmen die vorhandenen Probleme angehen.
Der Stimmumfang ist nur eines von vielen Gebieten, denen sich Stimmbildung widmet. Unter anderem gibt es noch Atmung, Vokalbildung und Vokalsitz, Resonanz, Register, Intonation um nur einige Gebiete zu nennen.
Die Stimmbildung für ältere Sänger stellt für Chorleiter immer wieder eine Herausforderung dar. Auch wenn es kaum explizite Seniorenchöre gibt, so sind die Grenzen von einem Gemischten Chor zu einem Seniorenchor fließend oder vielleicht auch gar nicht mehr vorhanden. Diesem Phänomen muss die Stimmbildung Rechnung tragen. Der Artikel „Die Stimme im Alter“ von Dr. Michael Fuchs (Leipzig) beschäftigt sich mit den stimmphysiologischen Gegebenheiten der alternden Stimme und mit den damit verbundenen Veränderungen des Stimmapparates (nachzulesen in der Zeitschrift „Singen“, Ausgabe 7 / Juli 2007, S. 21). Auch wenn der Alterungsprozess des Stimmapparates nicht aufgehalten werden kann, so können durch gezieltes Stimmtraining viele altersbedingte Veränderungen kompensiert werden.
Unter offenem Singen versteht sich der Bereich des Singens, der nicht leistungsorientiert geführt wird. Es stehen keine Veranstaltungen oder Konzerte an, sondern man trifft sich in lockerer Runde nur um des Singens Willen, rein aus Spaß am spontanen Gesang meistens bekannter Lieder. Ein Singeleiter hat anderes, in mancher Hinsicht sogar mehr zu leisten als ein Chorleiter. Es wäre jedoch weit gefehlt, zu glauben, man könnte das Thema Stimmbildung in diesem Bereich einfach ausklammern. Stimmbildung muss hier aber anders sein. Es wird in der Regel nicht eingesungen, sondern einfach gleich losgelegt. So muss der Singeleiter entscheiden, welche Lieder eine für die Stimme aktivierende Funktion haben, ohne die Stimme für den Anfang gleich zu überfordern. Zudem finden sich in solchen Gruppierungen meistens ältere Menschen ein, wenn nicht sogar aktiv vom Veranstalter das offene Singen direkt in Seniorenheimen oder ähnlichen Institutionen angeboten wird. Der Singeleiter muss also auch die speziellen Eigenschaften der älteren Stimme kennen und darauf auch reagieren. So wird die Liedauswahl nicht nur inhaltlich, sondern auch in Bezug auf Tonart (tiefe Lage), Tonumfang und Schriftbild (Größe, Lesbarkeit) auf die Sängerinnen und Sänger abgestimmt sein.
Stimmbildung wird in diesem Bereich sicherlich nicht mit Übungen oder mit Einsingen verbunden. Der Singeleiter kann aber trotzdem Hilfestellungen geben und mit stimmbildnerischen Maßnahmen das Singen erleichtern. Er kann z.B. zeigen, an welchen Stellen geatmet oder auch nicht geatmet werden soll, damit eine Phrase einfacher zu erfassen ist. Die Körperhaltung beim Sitzen, die Motivation und Begeisterung spielen eine große Rolle. Hierzu gehört auch mancher Hinweis im Bezug auf den Textinhalt. Der Text kann auch bei strophischen Liedern von Strophe zu Strophe neu interpretiert werden. Die Begleitung (Klavier, Akkordeon, Keyboard, etc.) muss den Gesang in entsprechender Weise stützen. Auch mehrstimmiges Singen ist in einfachster Form denkbar. Dabei werden vom Singeleiter vertiefte Kenntnisse musikalischer Strukturen gefordert. Gerade im Volksliedbereich gibt es Lieder, deren Melodien z.B. phrasenweise in Terzen parallel geführt werden können. So ist es möglich einem Teil der Gruppe eine höhere Stimme zuzuordnen, während ein anderer Teil die tiefere Stimme singt. Auch einfache Kanons lassen Mehrstimmigkeit erzeugen, ohne die Sänger zu überfordern. Der Kanon „Vom Aufgang der Sonne“ bietet stimmbildnerisch einige Möglichkeiten.

So könnte der Anfang mit Bogenbewegungen der Arme unterstützt werden. Aber allein schon das Zusingen auf den obersten Ton „Sonne“ und das Entspannen bis zum Wort „Niedergang“ trägt zum gestützten Singen dieser Phrase bei. Es kann auch versucht werden, über das Wort „Sonne“ ohne zu atmen hinweg zu singen, so dass die Spannung durch Nachatmen nicht unterbrochen wird.
Schwäbischer Chorverband, Geschäftsstelle, Wagenburgstraße 115, 70186 Stuttgart
Tel. 0711/46 36 81 und 0711/46 68 09, Fax 0711/48 74 73, eMail: info[at]s-chorverband.de


Volkslieder von Friedrich Silcher in neuem Gewand
Konzert am Pfingstsamstag, 22. Mai 2010 mit dem Gewandhauschor Leipzig in Weinstadt-Endersbach.
Karten für diese hochkarätige Veranstaltung gibt es in der Geschäftsstelle des SCV. Mehr Informationen finden Sie hier.
Bei klirrender Kälte, aber strahlendem Sonnenschein trafen sich fast 50 Jubilare des Sängerkreises Mittlerer Neckar am Sonntag Nachmittag mit ihren Angehörigen und Vereinsvorständen in der Gemeindehalle in Kirchberg/Murr.
Sie sind das Tafelsilber eines Vereins, doch die meisten Vereine verzichten darauf. Wo bleiben die Jugendlichen in den Vereinen ? Weniger als 4% aller Vereine im SCV haben einen Jugendchor.
Millionen Menschen sitzen jede Woche vor ihrem TV-Gerät und fiebern mit den jungen Gesangstalenten in der Sendung DSDS. Und während Deutschland den Superstar sucht, bleiben die meisten Wünsche unerfüllt, weil die Jugendlichen singende Amateure sind, sich nicht einschätzen können, ihre Stimme nicht kennen, rhythmische und Intonationsschwierigkeiten haben. All das ließe sich in einem Jugendchor beheben. Aber Jugendchöre sind ?Problemkinder? eines jeden Verbandes. Das Singen ist der Gesellschaft abhanden gekommen. Es muss in der Zeit passiert sein, in der aus der schönsten und natürlichsten Art zu Musizieren die ?Sängersache? wurde. Warum sollten Jugendliche Interesse am Singen haben, wenn ihre Eltern nichts damit anfangen können. Hinzu kommen die starke Beanspruchung in der Schule (G8 !), die Fluktuation, bedingt durch Studium und Beruf, das Fehlen qualifizierter Jugendchorleiter.
Ein guter Jugendchorleiter müsste der am höchsten bezahlte sein in der Hierarchie Jugendchor ? Kinderchor - Frauenchor ? Gemischter Chor ? Männerchor. Stimmbildung zwischen Kinder- und Erwachsenenstimme ist schon ein Spezialgebiet für sich. Hinzu kommen umfangreiche Literaturkenntnisse, choreografische Kenntnisse, rhythmische Sicherheit und die Beherrschung eines Begleitinstruments. Eine umfangreiche Ausbildung für Chorleiter! Gäbe es sie, gäbe es auch mehr Jugendchöre im Deutschen Chorverband.
Ein paar Zahlen (Stand 20.8.2009)
Im DCV singen insgesamt 21.354 Chöre, davon 612 Jugendchöre. Das sind 2,866 %. D.h. dass in Deutschlands Chorverbänden 612 Jugendchöre einer ?Armada? von 20.742 Männer-, Frauen- und gemischten Chören gegenüberstehen. Spitzenwerte für den SCV Spitzenreiter bei den Landesverbänden ist übrigens erstmals der Schwäbische Chorverband, nicht nur bei der Gesamtzahl der Chöre, sondern auch bei der Gesamtzahl der Jugendchöre und der Kinderchöre. Am 20.8.2009 gehörten dem SCV an:
120 Jugendchöre (3,8% aller SCV-Chöre)
371 Kinderchöre (11,9%)
138 Kinder- und Jugendchöre (4,4%)
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629 Kinder und Jugendchöre insgesamt (20%)
Vergleichen wir die SCV-Zahlen mit Nordrhein-Westfalen, dem einwohnerstärksten Bundesland und bislang größten Chorland im DCV, das 2009 erstmals vom SCV überrundet wurde. (more…)
Die Bedeutung Friedrich Silchers in der neueren Musikwissenschaft bis heute - Ein Abriss
Friedrich Silcher ist mit über 300 Volksliedbearbeitungen sicherlich einer der bedeutendsten Volksliedsammler des 19. Jahrhunderts. Für traditionelle Chöre sind seine Bearbeitungen von Volksliedern wichtiger Teil des Repertoires. Die Veröffentlichungen von Noten und Tonmaterial halten immer noch an. Doch wie steht es um die wissenschaftliche Forschung? Hat sein Werk hier Bedeutung für die Nachwelt, ist er auch heute noch Bestandteil der Forschung?
Wissenschaftliche Arbeiten zum 200. Geburtstag
Zu Ehren des 200. Geburtstag Friedrich Silchers fand 1989 in Tübingen am Institut für Musikwissenschaft eine Ausstellung über den ersten Universitätsmusikdirektor statt. Begleitend dazu gab der Initiator und Ordinarius des Institutes Dr. Manfred Hermann Schmid einen Ausstellungskatalog und eine Aufsatzsammlung zu Leben und Nachleben Friedrich Silchers heraus. In seinem Vorwort schreibt er: “Sein Titel lautete Universitäts-Musikdirektor, sein Beruf: Volkserzieher”. Sein pädagogisches Wirken scheint also bedeutend in die Nachwelt hineinzuwirken. Viele seiner Volksliedkompositionen wurden aus pädagogischem Ansinnen, beispielsweise als Unterrichtsstücke oder zur Anpassung der Werke an die Fähigkeiten seiner Alumnen und die Gegebenheiten in den Chören, geschrieben.
Die Aufführungspraxis
Im selben Jahr fand in der Bundesakademie Trossingen ein Symposium statt, welches sich stark mit musikpraktischen Aspekten F. Silchers beschäftigte. Dr. Hermann Josef Dahmen, langjähriger Leiter des Silcher-Archivs in Schnait, mahnt davor Silcher als “weltfremden Traumtänzer” zu sehen. In seinen zwei Referaten zeigt er mehrmals auf, wie Silchers Volksliedsätze durch kunstvoll gemeinte Interpretationen geradezu entstellt werden. Die schlichten Volksliedsätze seien eher zum “Vor-sich-Hinsingen” als für kunstvolle Aufführungen geeignet, in den meisten Aufführungen war dieses Empfinden allerdings nicht gegeben, so Dr. H.J. Dahmen. (more…)
?Musik fördert die Entwicklung ? von Anfang an?.
Aus dieser Erkenntnis heraus fühlt sich der Zollernalb-Sängergau
mit seinen Mitgliedsvereinen seit Jahren verpflichtet, das
Singen im Kindergarten zu fördern.
In Zusammenarbeit mit dem Schwäbischen Chorverband werden
jetzt wieder zwei Seminare für Erzieherinnen und Erzieher zum
Thema ?Singen mit Kindern? angeboten:
ein Grundkurs am Freitag, 18. Juni, und
ein Aufbaukurs am Freitag, 24. September, jeweils im Gemeinde-
haus Rangendingen. Die beiden Dozenten mit langjähriger
Erfahrung in der Aus- und Fortbildung, werden auch
wertvolle Tipps zur Erlangung der ?Felix?-Auszeichnung vermitteln.
Der Sängergau lädt zu den beiden Seminaren ein und freut sich
auf viele Anmeldungen bis 16. März 2010.
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Informationen und Anmeldung bei
Birgit Reinauer, Burgweg 20, 72459 Albstadt-Burgfelden
Telefon 07435/8388, E-Mail Birgit-Reinauer@freenet.de
Zum ersten Mal führt der Zollernalb-Sängergau selbst eine Jugendleiter-Ausbildungsmaßnahme mit dem JuLeiCa-Standard durch. Insgesamt 25 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus verschiedenen Chören des Gaus bilden sich in Ihrer Freizeit mit insgesamt 40 Unterrichtsstunden à 45 Minuten weiter.
JuLeiCa heißt übersetzt: Jugendleiter-Card. Das ist ein bundesweit gültiger Ausweis für Ehrenamtliche, die sich in der Jugendarbeit engagieren. Sie bestätigt die aktive Mitgliedschaft und das aktive Mitwirken in einem Jugendverband sowie die Teilnahme an einer qualitativ hochwertigen Jugendleiterausbildung.
Durch die JuLeiCa wird zum einen die Qualität der Arbeit Ehrenamtlicher abgesichert werden ? deswegen ist auch eine Ausbildung für den Erhalt der JuLeiCa notwendig. Zum anderen ist sie damit gleichzeitig aber auch der Nachweis für die Qualität der Arbeit im einzelnen Verein möglich.
Die JuLeiCa fördert und erleichtert zudem die Arbeit der Ehrenamtlichen, da die Ausbildungsthemen praxisrelevant sind und entsprechend umgesetzt werden können. Die Karte selbst ist 3 Jahre gültig, kann danach aber für 3 weitere Jahre neu beantragt werden. Voraussetzung dafür ist wiederum die Teilnahme an einer entsprechenden Fortbildung und sichert somit langfristig die Qualität in der Jugendarbeit der einzelnen teilnehmenden Vereine und der jeweiligen Jugendleiter im Zollernalb-Sängergau.
Teilnahmeberechtigt am Ausbildungskurs ist jeder, der in der Jugendarbeit tätig ist und mindestens 16 Jahre alt ist. Abgerundet wird der Kurs über den ?Sofortmaßnahmenkurs am Unfallort? seitens des DRK ? ein weiterer Standard für künftige Jugendleiter im Zollernalb-Sängergau.
Die Inhalte der Ausbildung sind: (more…)
