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Liedergarten

Im Kindergarten gemeinsam singen

Kinder singen gerne. Und Kinder singen gerne gemeinsam. Dies lässt sich insbesondere im Kindergarten und der Kindertagesstätte erleben. Im Kindergartenalltag soll das gemeinsame Singen seinen festen Platz haben. Lieder können den Tag strukturieren, z.B. durch ritualisierte Lieder beim gemeinsamen Essen, oder Herausforderungen des Alltags leichter bewältigen helfen, z. B. beim Schuhe Binden oder in traurigen Momenten. Aber gemeinsames Singen ist auch ein Ausdruck des Besonderen, deshalb singen wir zum Geburtstag oder wenn wir fröhlich sind. Der Schwäbische Chorverband unterstützt pädagogische Fachkräfte dabei, die Freude am Singen in der Kinder- und Jugendhilfe qualitätsvoll zu fördern.

Impulse fürs Singen und Musizieren mit Kindern im Kindergarten

Dem eigenen Singen geht das Hören und Sehen voraus. Die Lautformung ist über die Mimik sichtbar, dazu wird das Klangergebnis hörbar. Klare und festgelegte Tonhöhen (möglichst ohne Vibrato und ohne Verrutschen in der Tonlage) sowie ein angepasstes kleines Stimmvolumen fördern ein gutes Gehör des Kindes; klare Bewegungen und gute Textverständlichkeit fördern das Erlernen jedes Lautes. Die Bedeutung des Vorsingens beschränkt sich nicht auf die emotionale Ebene: Die Beschallung eines Kindes von außen mit gesungenen Tönen regt dessen Stimmlippen an, die zur entsprechenden Lauterzeugung notwendige eigene Spannung/Stellung anzunehmen. Kinder haben einen bestimmten Tonraum, in welchem sie im Laufe der Zeit durch regelmäßiges Singen Tonhöhen klar und erkennbar ansingen können. Das Erreichen jeder Tonhöhe muss geübt werden. Der erste Tonraum liegt ungefähr zwischen f1 und c2. Im Alter von 4 bis 6 Jahren kann der Tonraum nach oben leicht erweitert werden, vergleichbar mit einer Saite, die angespannt wird. Die Tiefe ist abhängig von der Länge und dem Wachstum der Stimmlippen.Wird zu tief vorgesungen, kann dazu nur „gebrummelt“, gesprochen oder unklar höher mitgesungen werden.

Singen und Bewegen

Singen, Bewegen und Spielen gehören zusammen. Ohne Bewegung ist zunächst keine Verarbeitung einer Sinneswahrnehmung möglich. Teilchen der Großhirnrinde befinden sich bei sämtlichen Denkprozessen in Schwingung, welche in den ersten Jahren durch äußere Bewegungen erreicht wird. Haltung, Atmung, Stimmklang, Durchblutung sowie Konzentration, Inhalte, musikalische Aspekte und die Gestaltung der Lieder werden durch Bewegungen erreicht und unterstützt. Bewegungen sind außerdem Lern- und Gedächtnishilfe. Instrumente können das Metrum, den Puls jeder Musik, etwas später auch Rhythmen spürbar, hörbar und sichtbar machen. Kindgerechte Rasseln und Klanghölzer sollten im Gruppensatz vorhanden sein. Andere Instrumente eignen sich zur Tonabnahme, zur einfachen harmonischen Begleitung, ermöglichen kreative Klang- und Bewegungserlebnisse.

Stimmspiele

Text und Melodie bilden meist eine Einheit, die eine wichtige Rolle bei der Synapsen-Bildung im Gehirn und der Verknüpfung der beiden Gehirnhälften spielt. Betonungen, Rhythmus, Grammatik, Form, Phrasen, Reimschema, Taktart, Textaussage und Melodieverlauf bedingen und bereichern sich gegenseitig. Getrennt voneinander werden sie normalerweise schwerer erlernt. Sie können gegenseitig die Rolle von Gedächtnisbrücken spielen. Stimmspiele sind erste Ausdrucksmöglichkeit, fördern die Ausdruckskraft, – qualität und -vielfalt, können die Sing-Atmung, -Haltung und -Muskulatur stärken, machen Schwingungen intensiv erlebbar, lassen die Stimme über Glissandi oder Tierlaute mühelos in die natürliche Singlage und in wenig genutzte Randgebiete gleiten.

Im Wesen der Musik und des gemeinsamen Singens liegt das sensible aufeinander Hören und Achten, das harmonische miteinander Agieren und eine Balance zwischen Anleiten und Annehmen musikalischer Momente (hohe Sozialkompetenz) – zwischen Nachahmung und kreativem Entstehungsprozess.

Hinweise zum Einsatz der Singstimme eines Erwachsenen für das Singen mit Kindern

  • Klare Tonhöhe – möglichst kein Vibrato
  • Gute Intonation – gutes Gehör
  • Klare Aussprache – gute Mimik und Stellung der „Stimmwerkzeuge“
  • Kleines Stimmvolumen – Kinderstimmen sind für uns heutzutage ungewohnt leise – Anpassung an Kinderstimme
  • Klarer und heller Stimmklang – guter Klang – natürliche Tonerzeugung – Anpassung an Kinderstimme/ natürliche Singstimme


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