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April 2018

Chöre im Fokus der Forschung – Sängermuseum Feuchtwangen wird zum An-Institut erhoben

Auszeichnung für das Forschungszentrum des Deutschen Chorwesens: Es wurde zum „An-Institut“ der Universität Würzburg erhoben. Altbundespräsident Christian Wulff nahm die Urkunde bei einer Feier entgegen.

Im Deutschen Chorverband sind mehr als eine Million Mitglieder aus rund 15.500 Chören organisiert. Präsident des Verbands ist ein prominenter Mann: Christian Wulff, Bundespräsident a.D., wurde im Februar 2018 in diese Funktion gewählt. In seinem neuen Amt war er nun an der Julius-Maximilians-Universität Würzburg (JMU) zu Gast. Hier bekam Wulff am 10. April 2018 von Universitätspräsident Alfred Forchel eine Urkunde überreicht. Sie besagt: Das Forschungszentrum des Deutschen Chorwesens mit Sitz in Feuchtwangen hat von nun an die Befugnis, die Bezeichnung „an der Universität Würzburg“ zu führen. Wulff ist auch Vorsitzender der Stiftung, die das Forschungszentrum trägt.

Die Ehrenbezeichnung als „An-Institut“ vergibt die JMU an Einrichtungen, die eng mit ihr kooperieren und den Nachweis erbracht haben, dass sie wissenschaftlich arbeiten – etwa indem sie wissenschaftliche Projekte und Publikationen vorweisen können. Insgesamt sechs An-Institute gibt es bislang. „Das neue An-Institut für Chorforschung ist das erste dieser Art weltweit“, so Präsident Forchel. Er freue sich sehr, dass die Zusammenarbeit mit dem Deutschen Chorverband, dem Fränkischen Sängerbund und der Stiftung Dokumentations- und Forschungszentrum des Deutschen Chorwesens stets konstruktiv und zielführend verlaufen sei.

Was die Chorforschung leisten sollte

„An die Arbeit des Forschungszentrums habe ich große Erwartungen“, so Wulff bei der feierlichen Urkundenverleihung im Senatssaal der JMU. Er erhoffe sich zum Beispiel Antworten auf die Fragen, wie man verstärkt Kinder und Jugendliche in die Chöre bringen und das Chorwesen in Deutschland erhalten könne. Eine weitere Aufgabe sei es, die Bedeutung zu erforschen, die deutschen Chören und Liedern im Ausland zukommt.

Für die Gesellschaft sei die Arbeit der Chöre sehr bedeutsam: „Singen reduziert Stresshormone und kurbelt Glückshormone an. Es ist eines der wirksamsten Mittel gegen Einsamkeit –denn in Chören kommen die Menschen zusammen, und das ist im Zeitalter der Digitalisierung von noch viel größerer Bedeutung als früher“, sagte Wulff. Auch der Integration könne das Singen dienlich sein: Es gebe inzwischen Begegnungschöre, in denen gemeinsam mit Geflüchteten Lieder aus deren Heimat und deutsche Lieder gesungen werden.

Lange Tradition der Chorforschung

Leiter des Forschungszentrums ist Professor Friedhelm Brusniak, der seit 1999 den Lehrstuhl für Musikpädagogik an der JMU innehat. Das Forschungszentrum steht in einer langen Tradition: Schon seit 1925 verfügte das Deutsche Sängermuseum in Nürnberg über eine Forschungsstelle. Das Museum wurde im Zweiten Weltkrieg zerstört, sein Nachfolger entstand in Feuchtwangen. Im dortigen Sängermuseum ließ Brusniak ab 1989 die Forschungstätigkeit wieder aufleben.

„Die Chorforschung befasst sich mit historischen, psychologischen, soziologischen und pädagogischen Fragen“, so Brusniak. „Dabei muss sie Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft im Blick behalten“, ergänzte er. Aktuell arbeite man mit Fachleuten aus aller Welt an einem „Lexikon des Chors“. Es werde voraussichtlich 2019 erscheinen. Fachtagungen, die das Forschungszentrum mitveranstaltet, fänden demnächst in Estland, Österreich und Luxemburg statt: „Wir müssen uns international und interkulturell aufstellen“, sagte Brusniak.

Forschung am Bestand des Sängermuseums

Zu den Forschungsobjekten des Zentrums gehören auch Stücke aus dem Sängermuseum. Dieses besaß vor dem Krieg rund 30.000 Exponate, von denen heute noch etwa 3.000 erhalten sind. Darunter sind die ältesten Chorzeitschriften der Welt. Sie stammen aus dem 19. Jahrhundert. Einige wertvolle Stücke aus der Sammlung wurden bei der Feier im Senatssaal präsentiert. Alexander Arlt, Museums- und Archivleiter in Feuchtwangen, zeigte mehrere Autographen – Schriften oder Partituren, eigenhändig niedergeschrieben von Friedrich Schiller, Robert Schumann oder Franz Schubert. Oder ein Notenblatt mit dem Serapions-Walzer, der erst vor kurzem E. T. A. Hoffmann zugeordnet werden konnte. Eine Forschungsfrage hierzu ist, woher die Schriften stammen und auf welchem Weg sie ins Sängermuseum gekommen sind.

Viele dieser Materialien sind bislang nicht digitalisiert, das Papier ist teils vom Säurefraß bedroht. Hier kommt die Universitätsbibliothek Würzburg als Partner des Forschungszentrums ins Spiel: Sie hat die Aufgabe übernommen, die historischen Stücke in ihrem Digitalisierungszentrum zu bearbeiten und sie damit dauerhaft der Nachwelt und der Forschung zur Verfügung zu stellen, sagte Bibliotheksleiter Dr. Hans-Günter Schmidt.

Leitungsgremium des Forschungszentrums

Getragen wird das Forschungszentrum des Deutschen Chorwesens von der „Stiftung Dokumentations- und Forschungszentrum des Deutschen Chorwesens“. Diese private Stiftung mit Sitz in Feuchtwangen trägt außerdem das Sängermuseum und das Archiv des Chorwesens.

Das Forschungszentrum wird von einem Lenkungsausschuss geleitet, dem Professor Brusniak vorsitzt. Weitere Mitglieder sind Christian Wulff, JMU-Vizepräsident Wolfgang Riedel, die JMU-Professoren Ulrich Konrad (Musikwissenschaft) und Peter Hoeres (Geschichte), Hans-Günter Schmidt, Leiter der Würzburger Universitätsbibliothek, Peter Jacobi, Präsident des Fränkischen Sängerbundes, und Stiftungsratsmitglied Herbert Meier.


Neue Logos für den SCV

Ein Logo ist ein Aushängeschild, meist das erste, was jemand von einer Firma, einem Verband oder einem Verein sieht. Es prägt die Außendarstellung und erhöht den Wiedererkennungswert. Ein Logo soll aber eben auch ausdrücken, was sich hinter ihm verbirgt, daher ist eine Anpassung manchmal nötig.

Das Logo des Schwäbischen Chorverbandes sowie der Chorjugend und des Silcher-Museums wir wir es heute kennen, wurde zum 1. Januar 2007 eingeführt. Damals prägte noch „Schwäbischer Sängerbund“ das Logo, doch die Form und vor allem die neu gewählte Farbe orange, lösten das rot-schwarze Logo des SSB ab. Auf dem Chorverbandstag 2008 wurde dann nach dem Logo auch der Name geändert. Aus dem Schwäbischen Sängerbund wurde der Schwäbische Chorverband. Seitdem steht das eckige Logo für den Schwäbischen Chorverband und seine Ausrichtung als Dienstleister und Fachverband für seine Vereine. Deshalb ruht der Schriftzug auf den drei wichtigen Säulen der Verbandsarbeit: Singen und Stimme, Chorpraxis und Vereinsführung.

An diesem guten Grundsatz hat sich auch 2018 nichts geändert. Der Schwäbische Chorveband ist für seine Vereine und Chöre auch weiterhin der erste Ansprechpartner, wenn es um Vereinsführung, Chorpraxis und Stimme geht.

Seit dem 1. April 2018 gibt es ein neues Logo. Kein komplett neues, aber eben ein Facelifting, das der heutigen Zeit angepasst
ist. Die Farbe ist geblieben, der Name auch. Auch ruht der Schwäbische Chorverband wie bisher auf seinen drei Säulen.


Chorleiterlehrgang in Beijing

Auf Vermittlung des internationalen Volkskulturkreises e.V. ist Nikolai Ott, stellv. Vorsitzender der Chorjugend und Mitglied im Musikbeirat, derzeit in Beijing. Dort coacht er Schulchöre und die Chorleiter in ihrer Arbeit. Die Literatur reicht von bekannten Europäischen Chorschlagern wie Faurés „Cantique de Jean Racine“ oder Mendelssohns „Hebe deine Augen auf“ bis hin zu traditioneller Chinesischer Musik, die in einer Art Tabulatur notiert wird. Der Besuch in China ist aus einem inhaltlichen Austausch mit dem Volkskulturkreis entstanden. Der Volkskulturkreis veranstaltet Ende Juni das Wold Junior Student Art Festival in Stuttgart.


„Wir singen Jazz/Pop“ beim Stimmtag

Nebst Erklärungen über die Unterschiede zwischen der klassischen Gesangstechnik und der Populären Stimmtechnik gibt es viel Praktisches zu erleben in gemeinsamen Übungen und Circlesongs.

Zielgruppe Workshop
Jeder der Vorurteile aus dem Weg räumen will über nicht klassische Stimmt chniken, der neugierig ist auf was es noch so gibt, freude an der Stimme zu erleben ohne „Leistungen“ erbingen zu müssen.

Dozentin: Reinette Zijtveld-Lustig

Anmeldung


Stimmbildung für Frauenstimmen beim Stimmtag

In diesem 30minütigen Workshop beschäftigen wir uns mit dem richtigen Stand, der Atemführung und der Verbindung zwischen Körper und Stimme. Dazu werden wir mehrere Übungen zusammen durchführen, die Sie dann auch zu Hause weiter üben können.
Ein ganz wichtiger und zentraler Punkt beim Chor- und Ensemblesingen ist das entspannte und gesunde Singen, sodass nicht schon nach kurzer Zeit Beschwerden, wie zum Beispiel Heiserkeit, auftreten. Hierfür werde ich Ihnen ein paar Übungen zeigen, die sich mit dem Körpergefühl und der Entspannung der angestrengten Muskeln befassen.

Dozentin: Julia Werner

Weitere Informationen und Anmeldung zum Stimmtag.


Leitfaden zur EU-Datenschutzgrundverordnung

Am 25. Mai 2018 treten mit der EU-Datenschutzgrundverordnung neue Regelungen zum Datenschutz in Kraft. Diese betreffen auch Vereine. Daher hat der Schwäbische Chorverband einen Leitfaden erstellen lassen, der Chöre unterstützt die Regelungen der EU-DSGVO umzusetzen. Mit den enthaltenden Mustervorlagen können Vereine sich viel Ärger und Arbeit ersparen.

Leitfaden zur EU-DSGVO zum herunterladen.


Stimmbildung „Männerstimmen“ beim Stimmtag

In Stimmbildungseinheiten in Kleingruppen werden wir insbesondere die speziellen Themen der Männerstimmen in den Fokus nehmen (Höhe – Tiefe; bruchlose Übergänge etc.).
Darüber hinaus werden im praktischen Tun offene Fragen der Sänger rund um das weite Themenfeld „Singen im Chor“ beantwortet. Klaus Brecht arbeitet mit den Männern in Gruppen von 6-8 Personen.

Anmeldung und weitere Informationen zum Stimmtag am 10. November.

 


Werkstatt „Einführung in die mittelalterlichen sakralen Gesänge“ beim Stimmtag

Der gregorianische Choral ist die Grundlage der abendländischen Musik. Viele Chorwerke der Musikgeschichte zitieren gregorianische Melodien oder sind von ihm inspiriert. Zwar sind diese sakralen Gesänge des 9. Jh. für uns heute sehr fremd,  gleichzeitig erfreuen sie sich einer großen Beliebtheit. Im Workshop werden die Grundlagen und Spezifika der gregorianischen Notation (Quadratnotation, 4-Linien-System, Neumennotation) und Musiktheorie (Kirchentonarten / Modologie) vorgestellt, einen Einblick in die historische Entstehung gegeben und vor allem Stücke und Gesänge vorgestellt und eingeübt, die auch für Chöre geeignete sind.

Weitere Informationen zum Stimmtag am 10. November.


Werkstattarbeit beim Stimmtag „Wir singen Opernchöre“

Die Werkstatt richtet sich an Sängerinnen und Sänger, die bereits Erfahrung mit Opernchören haben oder sich neu dafür interessieren. Am Beginn steht das Kennenlernen,der Arbeit in einem Opernchor. Nach einem Einsingen werden von 2 bis 3 berühmte Opernchöre einstudiert.

Dozent: Alexander Efanov

Weitere Informationen und Anmeldung zum Stimmtag.


Impuls zur Altersgerechten Literatur für die Kinderstimme beim Stimmtag

Welche Lieder sind für welche Entwicklungsphase geeignet? Nach welchen Kriterien können wir diese für die Kita und den Kindergarten sinnvoll auswählen? Welche  Möglichkeiten zur Liedbegleitung bieten sich an und wie können Lieder in den Alltag selbstverständlich integriert werden? Es spielen sowohl musikalische Kriterien wie auch sprachliche Parameter eine Rolle, damit ein Lied für Kinder nicht nur ansprechend ist, sondern dieses sie auch in Ihrer Sprachentwicklung unterstützt. Mit geeigneten Liedern ermöglichen wir auch Kindern, die Deutsch nicht als Muttersprache haben, einen Zugang zu unserer Kultur und leisten damit einen wichtigen Beitrag zur Integration. All das kommt in diesem Impulsvortrag zur Sprache.

Weitere Informationen zum Stimmtag


Stimmbildung für pädagogische Fachkräfte

Stimmbildung beim Stimmtag

Menschen, die einen Sprechberuf ausüben, sind auf das gute Funktionieren ihrer Stimme angewiesen. Diese muss einer sehr hohen Belastung  standhalten. ErzieherInnen und GrundschulpädagogInnen haben zusätzlich zu den Anforderungen an die Sprechstimme, auch hohe Anforderungen an die Singstimme, meist ohne entsprechende Ausbildung. In diesen kurzen Workshops wird unsere eigene Stimme zum mühelosen Klingen gebracht, mit Übungen, die uns und besonders Kindern Spaß machen und gleichzeitig auch für die Entwicklung  der kindlichen Stimme hilfreich sind.

Dozentin: Annette Mangold

Weitere Informationen und Anmeldung


Vocals on Air am 12. April

In der Sendung zu Gast ist Nina Ruckhaber, die verschiedene Computerprogramme für Chormanagement vorstellt, Nena Wagner macht Vätern das Erlebnis-Wochenende „Wenn der Vater mit dem Sohne“ des Schwäbischen Chorverbands schmackhaft und Annabel Thiel spricht über die Thematik, wie wir seelisch angeschlagenen Mitsängern Hilfe und Unterstützung innerhalb des Chores geben können.

Kritisch wird es in dieser Sendung auch: Clarissa Czipri rezensiert das neue Album „Take Me Outside“ des Bonner Jazzchors und Marcel Dreiling kommentiert die kontroversen Aspekte am diesjährigen Deutschen Chorwettbewerb.

Die aktuelle Sendung auf Schwabenwelle.de könnt Ihr live am 12.04.2018 um 18 Uhr hören.


Stuttgarter Choratelier vom 29.10.-2.11.18

In den Herbstferien veranstaltet der Carus-Verlag wieder das Stuttgarter Choratelier. In sechs Ateliers stellen Autoren und Chorleiter aktuelle Publikationen zur Chorarbeit vor und geben Impulse damit zu arbeiten.

Weitere Informationen auf der Internetseite des Carus-Verlags.


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